
Performance Brunch WUNDRIG
Sonntag, 4. Oktober 2026
11 bis ca. 14.30 Uhr
tanzRaum Dornbirn
Anmeldung erbeten bis 1. Oktober unter:
ONLINE Anmeldung – performancebrunch
Eintritt: € 37,- regulär / € 30,- ermäßigt (netzwerkTanz Mitglieder) / € 15,- Kinder & Jugendliche zwischen 7 bis 16 Jahren / Kinder bis 6 Jahre freier Eintritt
Bereits zum 7. Mal findet das Matinee Format heuer in Dornbirn statt. Der Performance Brunch lädt ein, sich zeitgenössische Kunst und köstliche vegetarische Speisen auf der Zunge zergehen zu lassen.
Auf der künstlerischen Speisekarte:
# ELASTIK : ELASTIC – work in progress
Performance: Beate Anna Buchsbaum
ELASTIK : ELASTIC ist eine autobiografisch inspirierte Performance über die Elastizität des weiblichen Körpers – als physiologische Eigenschaft, gesellschaftliche Erwartung und politische Metapher. Im Zentrum stehen medizinische Diskriminierung und der gesellschaftliche Imperativ der Selbstoptimierung. Ausgehend vom Begriff der Elastizität fragt die Performance nach der Fähigkeit – und der Zumutung –, sich unter permanentem Druck zu verformen und dennoch in eine vermeintliche Ursprungsform zurückzufinden.
Im Zentrum steht ein Körper, in den sich gesellschaftliche Erwartungen, medizinische Zuschreibungen und eine normative Sichtweise einschreiben. Der äußere Blick wird internalisiert und formt die Selbstwahrnehmung. Zugleich verweist ELASTIK : ELASTIC auf eine Medizingeschichte, in der der weibliche Körper lange auf seine Reproduktionsfähigkeit reduziert, am männlichen Körper vermessen oder aus Forschung und Diagnostik ausgeschlossen wurde. Mit dem Altern verändert sich seine Elastizität – nicht jedoch der gesellschaftliche Anspruch, formbar, leistungsfähig und begehrenswert zu bleiben. Zwischen gelebter Erfahrung und struktureller Gewalt, zwischen Diagnose und Deutung, Sichtbarkeit und Zweifel entfaltet sich ein Raum, in dem das Persönliche zum Resonanzraum gesellschaftlicher Verhältnisse wird. ELASTIK : ELASTIC verhandelt Geschlechterbias in der Medizin, körperliche Vulnerabilität und die Frage, wie viel Anpassung ein Körper leisten kann, bevor seine Elastizität zur Erschöpfung wird.
# Ramona Kasheer sing LAVANT
Performance: Ramona Kasheer
Dass ich Gedichte vertone, hat sich beim Lesen von Christine Lavants Lyrik spontan ergeben und es ist es eine große Leidenschaft geworden. Gedichte haben etwas zeitloses – deswegen bewegen sie sich mit dem Leser, der Leserin weiter – ein Buch öffnen bedeutet, gedanklich in Bewegung zu kommen, bedeutet auch Aktivierung aller Sinne. Beim Lesen höre ich Musik. Nicht immer, aber sehr oft. Gedichte sind sehr verdichteter Ausdruck von Ahnungen, Emotionen, Stimmungen, Gedanken, Visionen… Beim Dichten spielen alle Sinne eine große Bedeutung. Für mich haben Gedichte auch etwas sehr plastisches. Ja, Gedichte führen tatsächlich ein Eigenleben und können losgelöst von der Entstehungszeit des dichtenden Menschen ihre Wirkung tun. Sie sind feinstoffliche Skulpturen, die auch den Betrachter zu einem Dichter machen. Es passiert ein Austausch. Durch diese so einzigartige Form der Mitteilung findet eine Verbundenheit statt, die Raum und Zeit völlig relativiert hinter sich lässt. Durch das stille Betrachten können sich neue Ebenen der Wahrnehmung auftun. Gedichte leben durch sich selbst und brauchen eigentlich keine zusätzlichen Erklärungen und Interpretationen. Durch die musikalische Erweiterung kommt eine von vielen Ebenen dazu.
# RECALLING (LOOPS OF) BELONGING
Creation & Performance: Eva Müller
Sounddesign: Fabian Lanzmair
Costume Design: Eleni Palles
Ein Körper erinnert sich. An Bewegungen, an Räume, an eine Musik. Ein Jahr liegt dazwischen. Was bleibt, wenn eine Arbeit ruht? Was kehrt zurück, wenn der Körper wieder beginnt?
RECALLING (LOOPS OF) BELONGING führt zurück in ein eigenes choreo- grafisches Archiv – und hinein in die Frage nach dem Ort des eigenen Seins. Zwischen Zelle und Kosmos, Möbel und Körper, Ritual und Absurdität beginnt eine Suche nach Zugehörigkeit. Die „Stube“ löst sich dabei als konkreter Ort auf und wird zur Denkfigur: ein Innenraum, ein Ort der Verortung und die Frage nach dem eigenen Platz in der Welt. Die Performerin versucht, ihrem eigenen Material zu folgen, anstatt es zu beherrschen. Sie kreist, wiederholt, scheitert, verliert sich. Ein Gegenstand wird zum Gegenüber. Eine Bewegung wird zum Ritual. Das Lächerliche kippt ins Ernste, das Vertraute wird fremd. Situationen, in denen etwas nicht eindeutig verstanden, aber körperlich, emotional oder intuitiv erkannt werden kann. Heimat ist kein Ort. Vielleicht ist sie ein Moment, in dem etwas aufhört, getrennt zu sein. Vielleicht reicht eine Bewegung, um sich für einen Augenblick in etwas Größerem zu verlieren.
Die ursprüngliche Fassung von LOOPS OF BELONGING entstand mit Unterstützung von OFFTANZ Tirol.
# “Αθιβολή” /aθivoˈli/
Konzept, Choreografie, Performance, Kostüme: Athina Androulidaki
Stimme, Bewegung, Choreografie Assistenz, Kostüme: Margherita Vacante
Komposition, Bewegungscoaching: Konstantina Polychronopoulou
Athivoli – heißt im kretanischen Dialekt “sich unterhalten/plaudern” – ist eine Verschmelzung griechischer Tradition und zeitgenössischer Kunst. Im Zentrum steht die Synergie zwischen Gesang und Soundscape von Margherita Vacante, der Komposition von Konstantina Polychronopoulou und der getanzten Choreografie von Athina Androulidaki. Schärfe, Spannung, Eleganz und Verführung entfalten sich nacheinander auf der Bühne, während die Performerinnen mit ihren Rollen spielen, sie wechseln und ihre Identitäten im Laufe des Stücks verändern.
Auf der kulinarischen Speisekarte:
Begrüßungssnack, Pausensnack, Brunch & Dessert
Mahlzeit wünscht der Bildhauer und Koch Roland Adlassnigg
Um Anmeldung bis zum 1. Oktober wird gebeten.
Einstimmung gefällig? HIER geht es zum Veranstaltungsvideo des letztjährigen Performance Brunch DRÜLLA.
Bildnachweis: Athivoli – Credit @ Robert Puteanu / Performance Brunch WÖD



